Monatsrückblick Juni-Juli-August 2026
Die Monate Juni und Juli waren bei uns vor allem eines: heiß. Richtig heiß. So heiß, dass mein Blog dabei ziemlich auf der Strecke geblieben ist.
Trotzdem ist einiges passiert, ein bisschen Software-Tüftelei am Computer, Urlaubsnähen für die warmen Tage und ein Korallenriff, das langsam Form annimmt. Dazwischen gab es Ausflüge, ein Schulfest und die eine oder andere kleine Entdeckung. Im August kam dann noch ein Urlaub mit Freunden dazu, mit ein paar echten Highlights.
Gerade diese Mischung aus Technik, Nähen, Schnitzen, Urlaub und Alltag beschreibt meinen Sommer ziemlich gut.
Deshalb nehme ich Dich heute mit durch die letzten drei Monate.
Inhaltsverzeichnis
1) Softwareprojekt „Annique“
In den letzten Wochen hat mich ein Projekt besonders beschäftigt, das noch gar nichts mit Nähen an der Maschine zu tun hat, sondern mit Nähen am Bildschirm. Ich arbeite an einer eigenen kleinen Software mit dem Namen „Annique“.
Meine Arbeitsumgebung dafür habe ich mir inzwischen richtig schön eingerichtet. Wie genau die aussieht, verrate ich an dieser Stelle noch nicht, das hebe ich mir für einen anderen Moment auf. 😊
Der Plan für Annique ist in mehreren Stufen aufgebaut.
Level 1 dreht sich darum, ein bestehendes Schnittmuster auf die eigenen Maße anzupassen. Level 2 soll ein Baukasten-System werden, mit dem sich verschiedene Elemente miteinander kombinieren lassen. Level 3 geht dann noch einen Schritt weiter, dort soll es möglich sein, ein Schnittmuster wirklich selbst zu entwerfen.
Als ersten kleinen Schritt arbeite ich gerade an einem Testprogramm, das ich „Annique Fit“ genannt habe. Genau daran merke ich, wie viele kleine Entscheidungen in so einem Projekt stecken. Nicht nur, was die Technik angeht, sondern auch, wie ich Schritt für Schritt vorgehe, ohne mich zu verzetteln.
Mir gefällt an dieser Art von Projekt, dass ich mir selbst beibringen muss, in kleinen Etappen zu denken. Erst die einfachste Version zum Laufen bringen, dann Stück für Stück das Ganze ausbauen. Das ist eine ganz andere Art von Geduld als beim Nähen, aber am Ende geht es um dasselbe Gefühl: Etwas entsteht, weil ich dranbleibe.

2) Urlaubsnähen: Kaftan und Tankini
Passend zur Hitze habe ich mich auch beim Nähen ganz auf den Sommer eingestellt. Ein Kaftan und ein Tankini sind entstanden, genau richtig für die warmen Tage.
Der Kaftan aus Viskose ist wirklich schön geworden, hat mich auf dem Weg dahin aber ordentlich Nerven gekostet. Ich gebe gerne mal kleinen Designern eine Chance. Dieses Mal hat es sich leider nicht ausgezahlt. Das Schnittmuster war grottig. Die Anleitung habe ich einfach nicht verstanden und die Anzahl der Schnittteile hat auch nicht gestimmt. Später hat dann noch der Stoff nicht gereicht, sodass ich einmal nachkaufen musste.
Dieses Projekt lief also irgendwie nicht rund.
Trotzdem halte ich jetzt einen tragbaren Kaftan in den Händen, und genau das zählt am Ende.
Beim Tankini bin ich einen anderen Weg gegangen.
Als Grundlage für das Oberteil habe ich den Lanai Wireless Bra von Lilypa Design genommen. An der oberen Kante vom Rückenteil und am oberen Rand vom Cup-Rahmen habe ich das „Kleidchen“ angesetzt, also den Teil, der von dort aus nach unten fällt. Dafür habe ich keinen Babydoll-Schnitt verwendet, sondern einen Basic-Oberteil-Schnitt, den ich an Taille und Saum erweitert habe, damit er etwas lockerer fällt.
Der Grund für den Umweg über den BH-Schnitt ist einfach: Viele fertige Bikini-Schnittmuster sind für größere Brüste gar nicht ausgelegt und geben dann nicht genug Halt. Mit dem Lanai-Schnitt als Basis hatte ich die Passform schon, die ich brauche, musste sie nur noch zum Tankini umbauen.
Badeanzugstoff rutscht beim Nähen deutlich mehr als normaler Jersey, das kenne ich von diesem Stoff schon. Deshalb habe ich mit einer sehr feinen Micro-Stretch-Nadel gearbeitet und am Anfang besonders aufgepasst, dass sich der Stoff nicht in die Nähmaschine reinzieht, weil meine Stichplatte kein kleines Loch hat.
Nach dem Kaftan war das fast schon eine kleine Erholung. Kein fremdes Schnittmuster, das ich erst entschlüsseln musste, sondern ein Schnitt, den ich selbst in der Hand hatte und bei dem ich genau wusste, worauf ich mich einlasse.
3) Korallenriff beim Schnitzen
Auch in der Schnitzwerkstatt geht es weiter. Ich bin inzwischen beim vierten von sechs Teilen meines Korallenriffs angekommen. Das Holz dafür ist Eiche, und die ist wirklich hart. Mittlerweile verstehe ich, warum alte Kirchenschnitzereien sich gefühlt über Jahrzehnte hingezogen haben.
Je nach Kraft und Energie sitze ich etwa einmal pro Woche für zwei bis drei Stunden daran. Auch hier hat mir die Hitze in den letzten Wochen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mal war es in der Werkstatt selbst zu heiß, mal war mir die 40-minütige Autofahrt dorthin bei den Temperaturen einfach zu viel.
In der Schnitzgruppe geht es dabei immer sehr gemütlich zu. Jeder schaut beim anderen vorbei und sieht, wie es gerade läuft. Bei Fragen rund ums Design überlegen wir meistens alle gemeinsam. Wenn es aber richtig knifflig wird, ist Anke unsere Expertin.
Bei meiner Koralle steckt der Knackpunkt gerade in der Rundung. Ein gebogenes Stück Holz so einzuspannen, dass ich vernünftig daran arbeiten kann, ist gar nicht so einfach. Anke hatte dafür aber gleich eine schöne Lösung parat.
Genau für solche Momente bin ich froh, dass ich nicht allein an so einem Projekt sitze.

4) Ferienzeit in Südholland
Nach den ganzen heißen Wochen ging es im August für ein paar Tage mit Freunden nach Südholland. Bisher waren wir immer in Nordholland unterwegs, diesmal also mal was Neues.
Ein Moment ist mir dort besonders in Erinnerung geblieben, eine Fata Morgana, und das ausgerechnet in Holland. Der Strand dort war unglaublich breit und hatte dadurch fast schon einen wüstenähnlichen Charakter.
Für die Kinder habe ich zwei digitale Schnitzeljagden vorbereitet, mit Claude eine html gebaut und gebrainstormt und Chatgpt hat mir die Bilder gebaut. Die erste Schnitzeljagd war eine HTML-Seite mit einer kleinen Geschichte und passenden Rätseln, abgestimmt auf den Landal-Park, in dem wir untergebracht waren. Die zweite war wie ein Dialog aufgebaut, ein Mädchen im Alter der Kinder schreibt darin über Handy oder iPad Nachrichten. Die Rätsel waren am Anfang leicht und wurden dann immer schwieriger. Beim Zweiten Durchgang habe ich dann Cäsarverschiebung, Spiegelschrift und Morsecode-Rätsel eingebaut und einiges an Rechnen und Suchen vor Ort. Da mussten die Kinder schon tüfteln, aber das haben sie gemeinsam sehr gut geschafft. Das Schöne an dieser html war, dass die Kinder einfach ein iPad mitgenommen haben und durch den Park gelaufen sind. Der aktuelle Stand wurde dabei festgehalten, so dass sie jederzeit hätten unterbrechen können.
Neben den Strandtagen haben wir auch mehrere kleine Ausflüge gemacht. Zierikzee ist ein süßes, typisch niederländisches Örtchen. In Middelburg gab es dann noch eine Mädels-Shoppingtour, weil eine von uns Geburtstag hatte. Außerdem war ein Schulfreund von unserem Sohn nur 20 Minuten mit dem Auto entfernt ebenfalls im Urlaub. Die Familie haben wir dann auch kurzerhand getroffen und eine schöne Bootstour über das Grevelingmeer gemacht.
Die Niederlande sind einfach immer wieder schön.

Was sonst noch los war
- alte Arbeitskollegen getroffen 👋
- LAGA in Neuss besucht, weil unsere Zweitklässler dort gesungen haben 🎶
- Schulfest von meinem Sohn mit Projektwoche „Trommelzauber“, einfach der Hammer 🥁
- ein gesundes Bestell-Ding mit leckeren Bowls entdeckt 🥗
- Ausstellung „Wald“ im Gasometer Oberhausen besucht 🌲
- schwimmen gewesen 🏊♀️
Fotogalerie



Das Geheimnis von Marijke


Foto: Solvin Zankl
https://www.gasometer.de/de/ausstellungen/mythos-wald

https://www.gasometer.de/de/ausstellungen/mythos-wald

https://www.gasometer.de/de/ausstellungen/mythos-wald










Fotos: SH = Sascha Hausmann; SR = Stephanie Reichert; wenn nichts dran steht sind sie von mir 😊


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